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Behavioural Finance-Finanzmarktpsychologie: Was ist das?      Peter Schön [ 4. Jul. 2006 - 13:11]

Es herrscht die Meinung vor, Finanzmärkte seien effizient, d.h. Informationen sind grundsätzlich eingepreist und alle Anleger handeln immer rational und in ihrem eigenen Interesse. In Wirklichkeit führen jedoch Angst, Gier, Unsicherheit und Selbstüberschätzung der Anleger nicht nur zu kurzfristigen, sondern auch zu mittel- und langfristigen Marktungleichgewichten. Psychologen sprechen hier von irrationalem Verhalten, aber auf eine konsistente Art.
Im großen und ganzen gibt es vier typische Verhaltensmuster, die immer wieder zu beobachten sind. Ich beobachte diese vier Punkte sehr oft in meiner täglichen Praxis!
1. Selbstüberschätzung: Durch übertriebenen Optimismus, glaubt der Mensch, seine persönliche Einschätzung sei die beste. Der Mensch vergisst gerne Fehler, die er selbst schon einmal in der Vergangenheit gemacht hat. Eine Umfrage unter Firmengründern hat zum Beispiel ergeben, dass 81% der Befragten mit ihrem Geschäft erfolgreich sein würden. Hingegen sind aber nur 37% davon überzeugt, dass die gleiche Idee bei einem Konkurrenten erfolgreich wäre.
2. Verlustaversion: Der Mensch vermeidet das Bedauern von Verlusten und hat eine große Abneigung Verluste zu realisieren. Untersuchungen haben ergeben, dass statischtisch gesehen die Wahrscheinlichkeit, eine gut laufende Aktie zu verkaufen, dreimal höher ist als eine schlechte zu verkaufen. Eine Begründungen ist oft: der Zug bei einer steigenden Aktie sei bereits abgefahren, oder man warte ab, bis man wieder im Gewinn sei.
3. Verankerung: Oft findet man die Tendenz vor, das der Mensch seine Entscheidung an irrelevanten Dingen festmacht, die in seinem Bewusstsein oder Unterbewusstsein verankert sind. Die Investment Bank Merrill Lynch hat herausgefunden, dass selbst viele Broker, an allgemeinen Marktmeinungen und Vergangenheitswerten hängen, wenn Sie Schätzungen über Aktien abgeben.
4. Herdentrieb: Es ist eine menschliche Tendenz „ in der Herde zu bleiben“. Eine abweichende Meinung birgt mehr Risiko, als einfach der Marktmeinung zu folgen. Viele Fondsmanager sind zum Beispiel mit suboptimalen Ergebnissen zufrieden. Hauptsache keine Verluste. Eine Beispiel für den Herdentrieb sind die Internetblase Ende der Neunziger Jahre.
Es ist wichtig, sich solche Dinge bewusst zu machen. Ich beobachte zur Zeit bei Kunden den Trend zur Trendinvestition. Zum Beispiel sogenannte BRIC-Fonds sind zur Zeit en vogue. Niemand sieht dabei die Risiken, wie zum Beispiel die Bewertung des indischen Aktienmarktes, der ehemalige NEUE MARKT Facetten angenommen hat. Finger weg von solchen Investments. Es gibt hier keinen Nutzen! Nur lange Gesichter, wenn von heute auf morgen 25% weg sind!